btb2020

Förderverein Schloss Hummelshain


Bautagebuch 2020


Im Jahr 2020 sind wir schon beim dritten Bauabschnitt der Dachsanierung angelangt. Was vor zwei Jahren noch Neuland für unseren Verein war, ist mittlerweile schon fast Normalität. Die Arbeit als Bauherr ist für einen kleinen Verein schwierig, für den Erhalt und die Sicherung des Schlosses aber unerlässlich. In diesem Jahr ist zunächst die Sanierung der Dächer über den vom Hausschwamm befallenen Gebäudeteilen (orange)  geplant; dann die Schwammsanierung selbst, welche wir mit zusätzlichen Mitteln vom Land Thüringen und dem Bund angehen wollen. Hier im Bautagebuch werden wir Sie auf dem Laufenden halten.

14. Mai 2020 -  Schlotsanierung und Arbeit am hochauflösenden 3D-Modell des Neuen Schlosses 


High-tech und traditionelle Handwerksarbeit heute nebeneinander. Florian Madeya, Christoph Winter und Adrian Teschendorf von der Bauhausuniversität Weimar machen Detailaufnahmen für das in Arbeit befindliche hochauflösende 3D-Modell des Neuen Schlosses (Foto rechts oben - allerdings nur in 2D)). Es dient Forschungszwecken, soll aber auch die künftigen Sanierungsarbeiten unterstützen.  Auf dem Dach sanieren Steinmetzmeister Alexander Brock und Kollegen währenddessen zwei Schlote. Erst wenn diesd abgeschlossen ist und die  Gerüste der Schlote abgebaut sind, kann die Arbeit an den Dachflächen des Mittelbaus beginnen.  (Foto rechts oben).

7. Mai 2020 -  Demontage der Schlote und der zu sanierenden Zierteile 


Heute demontierten Steinmetzmeister Alexander Brock und seine Kollegen verschiedene schwergewichtige Bauteile, die restauriert bzw. saniert werden müssen. Das sind die Zierteile des Schmuckgiebels sowie Sandsteinsockel und Keramikröhren der "englischen Schlote". Letztere werden in den nächsten Tagen in der Werkstatt geprüft, gegebenenfalls instandgesetzt, um möglichst bald wieder aufgebaut zu werden. Erst wenn das Schornstein-Sondergerüst abgebaut ist, können die Dachdecker die Arbeit am Flachdachbereich beginnen.
Wie so häufig auch diesmal eine unangenehme Überraschung: Vom Giebel des Ostflügels entdeckten die Handwerker einen schadhaften Dachbereich, der von unten nicht einsehbar ist und der deshalb bislang unbekannt war (Foto rechts oben).

29. April 2020 -  Die Dacharbeiten machen Fortschritte - der Hausschwamm leider auch


Endlich ist das Rauhspund-Material wieder verfügbar! Die Mitarbeiter der Firma Holz-Augustin haben die neue Schalung auf den beiden Dachflächen des östlichen Zwerchhauses aufgebracht. An den Wänden der Bodenräume fanden wir interessante Graffitis aus der Jugendwerkhof-Zeit des Schlosses. Und im ersten Obergeschoss neue Fruchtkörper des Echten Hausschwamms (rechts unten), dessen Wachstum beträchtlich ist und der dringend bekämpft werden muss. 

14. April 2020 - Auch für den Steinmetz gibt es im 3. Bauabschnitt viel zu tun


Zur Bauberatung auf dem Gerüst haben sich heute unsere Architekten Sebastian Thorn und Dr. Ullrich Seelig sowie René Augustin von der bauausführenden Firma Holz-Augustin und Steinmetzmeister Brock eingefunden. Nachdem die alte Schalung vom östlichen Zwerchhaus entfernt worden ist, ruht die Abeit leider, da (coronabedingt?) kein Rauhspund für die neue Schalung lieferbar ist. Schwierigkeiten bereitet auch die Demontage des Ziergitters (Foto rechts oben), da es konstruktiv mit der Stahlkonstruktion des benachbarten Oberlichts verbunden ist. Steinmetzmeister Brock wird nun die Sanierung der englischen Schlote (rechts unten) und des Ziergiebels (Mitte unten) vorbereiten.


08. April 2020 - Kunstschatz bei Bauarbeiten entdeckt


Heute gegen 15 Uhr erlebten Steffen Büchner und Gerhard Maierl bei ihrer Arbeit eine faustdicke Überraschung. Als sie die Schalung des östlichen Steildaches entfernten, entdeckten sie in der nun offenen Abseite merkwürdige Holzgegenstände, die sich beim näheren Betrachten als Kunstwerke entpuppten. Es handelt sich um zwei aus Eichenholz gefertigte Plastiken - die eine ein junger griechischer Krieger mit Siegerbinde, ein so genannter Ephebenkopf, die andere das ausdrucksstarke Bild eines alten Kriegers. Sie wurden einst nach Entwürfen des Schlossarchitekten Ernst von Ihne in der Berliner Werkstatt Josef Pingels geschaffen und gehörten zur Ausstattung des Festsaales. Vermutlich entfernte man sie in den fünfziger Jahren. Durch wen und warum sie in die Abseite des Daches gelangten, ist unklar.


06. April 2020 - Baustart bei Sonnenschein


Nach monatelanger Planung und Vorbereitung des 3. Bauabschnitts begann heute endlich die praktische Arbeit auf dem Dach. Bei erstklassigem Wetter entfernten die Mitarbeiter der Firma Holz-Augustin die jahrzehntealte, inzwischen undichte provisorische Eindeckung mit Preolithschindeln auf der Dachschräge des östlichen Zwerchhauses. Danach erfolgt die Sanierung der Dächer des sich anschließenden Mittelbaues.

10. März 2020 - Bauanlaufberatung


Heute auf dem Dach des Schlosses Absprache zum Baustart. Mit dabei unsere Architekten Sebastian Thorn, Dr. Ullrich Seelig sowie René Augustin mit Mitarbeiterin von der bauausführenden Firma Holz-Augustin. Am meisten fallen die Schäden an der Dachentwässerung auf; in den darunter liegenden Räumen wurde leider auch ein neuer Fruchtkörper des Echten Hausschwamms entdeckt.

06. März 2020 - Treppenreparatur beendet


Es sollte an einem Tag erledigt sein. Nun sind es drei geworden, da auch der Unterbau saniert werden musste. Es wurden die Wangen neu aufgemauert und die historischen Sandsteinstufen mit Stahlbetonstürzen unterfangen. Aus Schönheitsreparaturen wurde bewusst verzichtet. Wir danken Dieter Rossmann für sein Sponsoring und seinen Handwerkern für die vorzügliche Arbeit.

05. März 2020 - Zwei überraschende Entdeckungen


Bei einem Schlossbesuch war der Bauunternehmer Dieter Roßmann förmlich über das Problem gestolpert: Die gebrochenen Treppenstufen am westlichen Terrassenaufgang. Und der mit historischer Bausubstanz vertraute Unternehmer hatte sich spontan bereit erklärt, den Förderverein mit einer Reparaturleistung zu unterstützen. Da die Innenräume des Schlosses zurzeit gesperrt sind und die Terrasse von Besuchern stark frequentiert wird, ist dies besonders wichtig.

Heute haben die Mitarbeiter der Rossmann Bau GmbH aus Grobsdorf bei Gera mit der Reparatur begonnen. Und nach dem Herausnehmen zweier defekter Stufen entdeckt, dass auch die Treppenwangen dringend reparaturbedürftig sind. Die "kleine Reparatur" weitet sich also zu einer aufwändigerenen Instandsetzung aus.

Ganz nebenbei haben Förderverein und Handwerker eine weitere Entdeckung gemacht. Bislang war auch unter Experten unklar, ob das 1880-85 gebaute Schloss bereits mit einer Horizontalsperre gegen aufsteigende Feuchtigkeit ausgerüstet war. Diese wurde nun im Fundament der Terrasse sichtbar, und zwar in einer ungewöhnlichen Ausführung: eine kaum papierstarke und beidseitig mit Bitumen versehene Bleifolie. Das muss weiter untersucht werden.



3. März 2020 -  Gerüststellung am östlichen Risalit und am Verbindungsbau

 Nach der Fördermittelbereitstellung, Bauplanung, Ausschreibung und den notwendigen Vertragsabschlüssen  beginnt nun mit dem Gerüstbau die Sanierungsarbeit. Hauptauftragnehmer ist 2020 die Firma Holz-Augustin aus Schkölen,  ein Handwerksbetrieb aus der Region. Vom Gerüst aus ist vieles aus ungewohnter Nah-Perspektive zu sehen - Bauschäden wie auch schöne Details.